Eine Mahnung an die folgenden Generationen
Gedenktafeln erinnern an die Opfer der Weltkriege
In der Aula erinnern zwei hölzerne Gedenktafeln an die in den beiden Weltkriegen gefallenen Schüler und Lehrer des Domgymnasiums. Im März 1921 übergaben die "Ehemaligen" die von Verdener Handwerker ausgeführte Tafel mit den Namen der 116 Gefallenen der Schule - als Mahnung an die nachkommenden Generationen. Trotzdem musste nach dem Ende des "Dritten Reiches" eine zweite Gedenktafel angebracht werden. Vom Kunstlehrer Erich Wessel entworfen, ist die Tafel in der Werkstatt des Holzschnitzers Eduard Sabatier angefertigt worden. Über die Zeit nach 1933 schreibt der frühere Studiendirektor Wilhelm Meineke in der Festschrift "400 Jahre Domgymnasium zu Verden": "Wie in der Gewichtigkeit der Fächer wurde auch im Lehrstoff eine Schwerpunktverlagerung auf Gebiete vorgenommen, die den politischen Absichten der Machthaber nützten: die Rassenkunde in der Biologie, die Geopolitik in der Erdkunde, die nordische Vorgeschichte in der Geschichte, die germanische und nationale Literatur im Deutschen, die Strömungslehre in Physik und die Ballistik in der Mathematik. Als der Krieg ausbrach, wurde auch dem Arglosesten klar, wozu das alles gedient hatte. (...)
Von den 22 Schülern der Abschlußklasse traten 17 sofort in das Heer ein. Dann gingen Jahr für Jahr die Freiwilligen an die Front, bis schließlich alle als Flakhelfer, zuletzt im Volkssturm und als Werwölfe, helfen mussten, die "Endniederlage" hinauszuschieben. Und über 200 sind von 1939 bis 1945 gefallen oder verschollen. Ihre Namen füllen eine Tafel, die - ein schauerliches, mahnendes Pendant zu der für den Ersten Weltkrieg - 1953 in der Aula angebracht wurde."
Im Jahre 1921 wurde die erste der beiden hölzernen Gedenktafeln mit den Namen von 116 gefallenen Schülern und Lehrern in der Aula aufgehängt. Von einigen Gefallenen gehen heute die Enkel und Urenkel ans Domgymnasium.