Es kreucht und fleucht nicht erst seit "Pisa"
Arbeitsprojekt Ökologie verbindet Theorie und Praxis
Förderung von Lernprozessen durch aktive Beteiligung von Schülern? Umsetzung des Gelernten in der Praxis? Selbstbestimmtes, interdisziplinäres Lernen? Wie wichtig diese Bestandteile in der modernen Pädagogik sind, weiß man am Domgymnasium nicht erst seit der Veröffentlichung der "Pisa-Studie". "Ein konkretes Projekt im Arbeitsgebiet der Ökologie kam uns wie gerufen", sagt Peter Esch, Lehrer am Domgymnasium. Mit seinem Leistungskurs Biologie nimmt er am Kooperationsprojekt "Schule-Forst" teil. "Biologisches, aber auch ökonomisches Wissen wird heute vielfach abstrakt und losgelöst von greifbaren Anwendungen vermittelt", argumentiert Peter Esch. Das denkt auch Forstwissenschaftler und Projektleiter Friedrich Gregorius, selbst ehemaliger Schüler am Domgymnasium, der das Projekt ins Leben gerufen hat. "Viele Menschen haben heute kaum noch eine Beziehung zu ihrer natürlichen Umwelt, und nur wenige kennen sich in der Natur gut aus. Folglich mangelt es vielfach an Verständnis für die wichtige Arbeit von Förstern, Landwirten und Naturschützern."
In enger Zusammenarbeit mit der erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Osnabrück und unter der wissenschaftlichen Begleitung von Prof. Dr. Christian Salzmann entstand das Projekt "Schule-Forst", das einerseits forstliche Aufgaben und Probleme durch die Einbindung von Schülern sachgerecht vermitteln will, andererseits aber auch Möglichkeiten zu problem- und handlungsorientiertem Erlernen ökologischer Sachverhalte bieten soll. Unterstützt wird Friedrich Gregorius von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.
"Dritter Mann im Boot" ist Andreas Junge, der als Förster in der Revierförsterei Spange neben den forstlichen Aufgaben auch mit Fragen der Umweltbildung und Waldinformation betraut ist. Bei ihm werden die Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses auch die fachkundige Unterstützung finden, wenn sie Semester-Facharbeiten anfertigen oder eigene Untersuchungen durchführen und sich dabei speziellen waldökologischen Themen widmen Und der besondere Beitrag des Leistungskurses im Rahmen der forstlichen Umweltbildung? "Ein Waldeinsatz im üblichen Sinne wird es nicht", erklärt Andreas Junge, "aber mehr wird noch nicht verraten".