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Hier haben Bücherwürmer die Qual der Wahl

An die 85.000 Bücher zählen zum Bestand des Domgymnasiums - die wertvollsten lagern im Tresor der historischen Bibliothek

Am Geldwert gemessen ist sicherlich die Historische Bibliothek des Domgymnasiums die kostbarste Sammlung der Schule. Sie hat auch die größte "Ausstrahlung". Wohl geordnet in langen Regalen stehen dort die wertvollen Bücher, seit Generationen liebevoll gepflegt. Es ist eine Augenweide, durch die engen Reihen zu schlendern und hier und dort einmal hineinzuschauen, um vielleicht etwas Interessantes zu entdecken.

Die besonders wertvollen Bücher sind in Panzerschränken gesichert - zum Beispiel eine außergewöhnlich seltene Bibelübersetzung in plattdeutscher Sprache, deren Altersbestimmung bis heute nicht endgültig gelungen ist. Oder zwei Exemplare des ältesten Atlaswerkes der Welt: des "Amsterdamer Weltatlasses" von 1628 in deutscher Sprache.

60 Jahre früher wurden die Tischreden von Martin Luther als unschätzbares Zeugnis einer Religionskultur in Frankfurt am Main gedruckt. Dieses Buch stand ehemals in der Privatbibliothek des bedeutenden Regionalhistorikers und Landrats Pfannkuche. Er vermachte seine Bibliothek 1863 dem Domgymnasium. Viel jünger ist das wunderschöne Bilderbuch für Kinder - Anfang des 19. Jahrhunderts in Weimar gedruckt. Sieben Bände umfasst die Sammlung, die alle möglichen Themengebiete mit Text und zauberhaften handkolorierten Illustrationen darstellt.

Sehr viel älter ist da das Stadtrecht Bremens aus dem Jahr 1544. Einst trug es der Syndikus der Stadt auf dem Wege zu den Bürgerversammlungen, um Recht sprechen zu können. Noch heute erkennt man in dem schweinsledernen Einband die Armbeuge.

Die Bücher der Historischen Bibliothek stammen aus allen möglichen Wissensgebieten. Daneben existiert in der Schule eine nur unwesentlich kleinere Schülerarbeitsbücherei, in der nicht die Ehrwürdigkeit des Alters zu Hause ist, sondern die Hektik arbeitender Schülerinnen und Schüler, die mal in den vollgestopften überhohen Regalen der Literatursuche nachgehen, mal am Computer im Internet auf Suche gehen. In den vergangenen zehn Jahren ist diese Bibliothek fast aus den Nähten geplatzt, denn zahlreiche Schenkungen haben die Buchbestände rasant wachsen lassen. Hier suchen die Lehrkräfte nach geeignetem Material für ihren Unterricht und insbesondere für die Klausuren und Klassenarbeiten - vor dem allgemeinen Zugriff ist dieses Material verständlicherweise geschützt.

An vielen Stellen im weitläufigen Schulgebäude findet man weitere Handapparate. Fast 85.000 Bände, einer der größten Buchbestände an einer öffentlichen Schule in Deutschland, stehen den Schülerinnen und Schülern, den Lehrkräften sowie einzelnen Besuchern für ihre Arbeit zur Verfügung.

Insbesondere die Führungen in der Historischen Bibliothek erfreuen sich bei Gästen wie auch Oberstufenschülerinnen und -schülern größter Beliebtheit. Haben sie doch hier die Möglichkeit, mit den Zeugnissen vieler vergangener Jahrhunderte konfrontiert zu werden und wenigstens ein Mal in ihrem Leben ein Buch hautnah zu erspüren, das über 500.000 Euro wert ist.

In der Arbeitsbücherei für die Schüler herrscht zumeist hektische Betriebsamkeit.

Die "Acta Eruditorum" - die älteste wissenschaftliche Zeitung der Welt - gehört auch zum Bestand der Bibliothek.

Bei der Fülle an Büchern, ist die Literaturrecherche per Computer durchaus sinnvoll.